Auf den Spuren des Hl. Franziskus und der Hl. Klara

Die Ordensregel vom Hl. Franziskus wurde vor genau 800 Jahren von ihm verfasst.

Die Abfahrt am vergangenen Mittwoch in Rattelsdorf war um 2:00 Uhr. Mit einem Wunder Reisebus aus Hollfeld und Fahrer Michael mit Georg Schmittschmitt aus Schweisdorf ging die Fahrt bei teilweise strömenden Regen nach München. Ab hier waren wir dann 47 Personen. Die Fahrt ging über den Brenner zur Klosteranlage nach La Verna am Südwesthang des Monte Penna. Der Überlieferung nach empfing der heilige Franz von Assisi im Jahr 1224 die Wundmale Christi in der Kapelle Santa Maria degli Angeli. Die Klosteranlage La Verna ist ein Ort der Ruhe und Besinnlichkeit. Diese Anlage besitzt einen Kreuzgang aus dem 14. Jahrhundert mit einem mittelalterlichen Ziehbrunnen. Das Refektorium wurde im frühen 16. Jahrhundert errichtet und im Jahr 1717 ausgebaut und verlängert. Mit der Kapelle Magdalene befinden sich dort weitere Kirchenbauten.
Franz von Assisi wurde 1181 oder 1182 in der umbrischen Stadt Assisi am Fuß des Monte Subasio geboren. Seine Eltern waren wohlhabende Tuchhändler. Sein Verhalten brachte ihn in Konflikt mit seinem Vater, der mit seinem ältesten Sohn große Pläne hatte und es nicht duldete, dass er Waren aus seinem Geschäft als Almosen verschenkte. Für wohltätige Zwecke und für seine baulichen Wiederherstellungsarbeiten an San Damiano nahm Franz Waren und Geld aus dem Geschäft seiner Eltern. Dies führte zu Streit mit seinem Vater, der schließlich vor dem Richterstuhl des örtlichen Bischofs einen Prozess gegen seinen Sohn führte. In dieser Gerichtsverhandlung, die im Frühjahr 1207 öffentlich auf dem Domplatz stattfand, entkleidete sich Franziskus vollständig, verzichtete mit dieser Geste auf sein Erbe und sagte sich von seinem Vater los. Danach begann Franziskus, außerhalb der Stadtmauern als Einsiedler zu leben. Nach der Besichtigung der Klosteranlage fuhren wir weiter nach Assisi.
Nach dem Frühstück begann der zweite Tag mit einer fachkundigen Führung in der Dreistöckigen Kirche San Francesco mit dem Franziskus Grab und den weltberühmten Fresken. In der Grabeskirche von Johannes Francisco, der gebürtig ein Franzose war, hatte uns Bruder Thomas durch die Basilika San Francesco, die Grabeskirche vom hl. Franziskus geführt und viele Details erläutert.
Am Nachmittag begann die Stadtführung mit Werner. So waren wir im Gebetshaus der Klarakirche. Klara von Assisi war die Gründerin des kontemplativen Ordens der Klarissen.
Klara wurde als Tochter eines Adligen 1193 oder 1194 geboren. Durch das Vorbild des heiligen Franziskus, den sie im Dom zu Assisi hatte predigen hören, beeinflusst, verließ sie in der Nacht zum Palmsonntag 1212, dem 18./19. März 1212 ihr wohlhabendes, adliges Elternhaus und legte in der kleinen Kirche Portiunkula das Gelübde eines Lebens nach den evangelischen Räten ab. Franziskus bekleidete sie „mit einem ärmlichen Gewand“ und schnitt ihr die Haare ab.
Klara widmete sich fortan der Nachfolge Christi in radikaler Armut. Franziskus brachte sie zunächst bei Benediktinerinnen unter. Ihre Schwester, die heilige Agnes von Assisi, folgte ihrem Beispiel nur sechzehn Tage später. Nachdem Franziskus die Kapelle von San Damiano wiederhergestellt und dort eine Unterkunft geschaffen hatte, siedelten Klara und ihre Schwester dorthin über, wo sich ihnen rasch andere Frauen anschlossen, darunter weitere Schwestern, Freundinnen, ihre Tante und ihre verwitwete Mutter.
Weiter zeigte uns Werner noch zahlreiche Kirchen, Kapellen, Plätze, Anlagen und Grundmauern der Altstadt. Auch berichtete er von den Gründungen der verschiedenen Orden von Assisi.
Gestärkt vom Frühstück fuhren wir am dritten Tag zur Basilika Santa Maria degli Angeli (deutsch: Unsere Liebe Frau von den Engeln). Diese lag in der Ebene unterhalb von Assisi. In dieser Basilika, die um die Portiunkula-Kapelle und die Sterbekapelle des hl. Franz von Assisi herum gebaut wurde, fanden zwei Mal, 1986 und 2002, das Weltgebetstreffen vieler Führer der großen Religionen statt. Nach der Besichtigung machten wir mit allen Teilnehmern ein Gruppenbild vor der Basilika.
Danach fuhren wir ca. 170 km nach Florenz, der „Hauptstadt“ der Toskana. Bekannt ist Florenz vor allem für seine zahlreichen Kunst- und Architektur-Meisterwerke der Renaissance. Zur großen Stadtführung wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Stadtführerin Roberta führte unsere Gruppe und erklärte sehr ausführlich die dortigen Sehenswürdigkeiten, u, a. den nahegelegenen Palazzo Pitti, den bekannten Piazza della Signoria, den imposanten Neptunbrunnen von Bartolomeo Ammanati, den Dom, der auch als Santa Maria del Fiore oder Kathedrale von Florenz bekannt ist mit dessen Besonderheiten, die hübschen Markthallen, die älteste und schönste Brücke über den Arno ist die Ponte Vecchio, die heute eines der Symbole von Florenz ist. Sie wurde nach zehnjähriger Bauzeit im Jahre 1345 fertiggestellt. Der Palazzo Strozzi ist mit seiner beeindruckenden Bauweise und dem weitläufigen und wirklich schönen Innenhof ein Ort, den man auf der Welt nicht so schnell ein zweites Mal findet. Ebenso führte sie uns zur Basilica Santa Maria Novella. Mit vielen Eindrücken und Wissen fuhren wir zu unserem nächsten Hotel in Florenz.
Nach dem Frühstück sind wir am vierten Tag zum Gardasee gefahren. Dort hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Am Nachmittag fuhren wir zum Hotel CORONA.
Am Sonntag nach dem Frühstück traten wir mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnisse die Heimreise an. Zuvor führte unsere Reise nach „Madonna della Corona“. Das Heiligtum liegt 773 Meter über dem Meerespegel an einer senkrechten Felswand am Monte Baldo. Madonna della Corona ist ein Wallfahrtsort in der italienischen Gemeinde Ferrara di Monte Baldo in der Provinz Verona in Venetien. Vorläufer des Ortes war seit Ende des 12. Jahrhunderts eine Eremitage (Einsiedelei), deren Bewohner mit dem Kloster des Heiligen Zeno aus Verona verbunden waren. Im 15. Jahrhundert wurde die erste Kirche in den Fels gebaut. Ab 1437 sind die kleine Kirche und die Einsiedelei an die „Commenda der Jerusalemer Ritter“ (später „Rhodoser Ritter“ und danach „Malteserorden“ genannt) gebunden.
Auf dem Fußweg von Spiazzi zur Kirche kamen wir am Kreuzweg mit 15 Stationen und lebensgroßen Bronzefiguren vorbei. In unmittelbarer Nähe der Kirche befindet sich eine sogenannte „Scala Santa“ („Heilige Treppe“), die ebenfalls direkt in den Fels gehauen wurde. An der rechten Wand der Kirche sind viele Votivtafeln in verschiedenen Größen angebracht, von denen die älteste auf das Jahr 1547 zurückgeht. Zudem konnten wir an einer Messfeier teilnehmen.
Nach dem Besuch des Wallfahrtsortes gab es am Buss noch eine zünftige Brotzeit. Gestärkt traten wir dann die Heimreise an. Sie führt uns über Bologna, Modena und Südtirol nach Enkering (A9 bei Kinding). Dort war die Abendeinkehr im Landgasthof „Zum alten Wirt“ am Schellenberg.










