Da die Scheune mit den Stallungen bei der schwedischen Invasion nicht niedergebrannt wurden, bestanden diese bis 1731. Eine neue Scheune wurde erst um das Jahr 1732 gebaut. Die Kosten hatte das Kloster getragen. Der „Stadel“ taucht dann in einer Urkunde vom 18. August 1871 auf, in der es heißt, dass das „Pfarrhaus mit Keller, Brunnen, Stadel mit Stall, Schweineställe, Holzlege, Wasch- und Backhaus mit Hofraum“ vom Staat erworben wurde. Wie wichtig der Stadel war, geht daraus hervor, dass zu diesem Zeitpunkt – 1871 – zum Pfarrhof, 34 Äcker(chen) und zwei Wiesen gehörten und der ganze Pfarrhofbesitz 37,29 Tagewerk (12,705 Hektar) betrug.
Zu Anfang dieses Jahrhunderts diente die Scheune nicht mehr für landwirtschaftliche Zwecke des Pfarrhofes, sondern als Lagerraum für landwirtschaftliche Erzeugnisse von Ortsbewohnern. „Umfunktioniert“ wurde die Scheune erstmals, als 1950 Pfarrer Georg Henkel die Pfarrei übernahm. Er gründete sofort eine Jugendgruppe und nahm den Bau eines Jugendheimes in Angriff. So entstanden aus der alten Holzlege das „Jugendheim“, und in dem gemauerten Teil der Scheune wurden in den nächsten ein Jahren Raum für die Pfarrbücherei und ein Raum für Tischtennis hergerichtet.
Einige Jahrzehnt später wurden diese Räume nicht mehr genutzt und drohten zu verfallen. Das Fundament der Scheune gab nach, und es bestand die Absicht, das ganze Gebäude abzureißen. Das Amt für Denkmalschutz stellte sich dagegen. Mit Recht! – Die Kirche zusammen mit dem ehemaligen Michelsberger Klosterhof, dem Pfarrhof, der Pfarrscheune und dem Gemeindeturm (Schulturm) bildet eine kirchenburgartige Baugruppe, aus der nicht das östlichste Gebäude – eben die Scheune – herausgebrochen werden sollte.
Statt des Abrisses wurde der Gedanke geboren, das Gebäude zu sanieren und daraus ein Heim zu schaffen, das vielfältigen Zwecken der Pfarrei dienen sollte. So wurde im Jahre 1989 mit den Bauarbeiten begonnen. Die Pläne dazu fertigte Architekt Augen Vonmetz. Nach kurzem Stillstand der Bauarbeiten wurden geringfügige Änderungen beim Innenausbau vorgenommen. So wurden im Erdgeschoss WC-Anlagen, Heizraum, Küche und ein großer Versammlungsraum für max. 50 Personen eingerichtet. Über eine Treppe gelangt man in das Dachgeschoss. Hier wurden zwei kleinere Versammlungsräume, eine Teeküche und ein Abstellraum geschaffen. Am 30. Juni 1991 fand die Einweihungsfeier statt.
Positive Resonanz fand das anschließende Pfarr- und Dorffest in Verbindung mit dem 1. Jakobimarkt in der Kirchgasse unter engagierter Mitwirkung aller örtlichen Vereine und Gruppierungen. Der damalige Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hubert Frey und seine Mitarbeiter hatten das Fest hervorragend organisiert. Mit der Fertigstellung des Pfarrheimes zog neues Leben in dieses Gebäude: Jugendgruppen, Seniorengruppen, Vorträge, Seminare; und nach langen Jahren wurde wieder eine Gemeindemission durchgeführt, zu der die Räumlichkeiten bestens geeignet erschienen.
Veranstaltungen im Pfarrjugend- und Ministrantenraum
Dieser Raum steht kirchlich gebundenen Jugendlichen für Treffs und Veranstaltungen zur Verfügung. Der Schlüssel kann im Pfarrhaus erhalten werden. Die Jugendlichen sind streng an die ausgehängte Hausordnung gebunden.
